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Chronik des Verbandes

1 9 9 0 (III)


Jahre

1989
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Unsere satzungsgemäßer Beschluss hatte Vorbildwirkung. Nun gab es kein Argument mehr, sich dem Drang der Zeit: "Deutschland einig Narrenland" entgegenzustellen. Die Verbände der neuen Länder einigten sich am 07.07.1990 im grenznahen Duderstadt, sollte dies durch die fünf neunen Landesverbände bekräftigt werden. Präsident Heinz Wacker hatte für die neuen Länder eingeladen:

  • Thüringen: Jochen Rebhan (Suhl), Peter Ellrich (Ichtershausen), Rolf Fliedner (Erfurt)
  • Berlin-Brandenburg: Jochen Warnecke, Wilfried Kupsch
  • Mecklenburg-Vorpommern: Karl-Heinz Krüger, Werner Hasart, Günter Heise, Günther Rastow
  • Sachsen-Anhalt: Jürgen von der Heydt, Barbara Depping, Bernd Leupold,
  • Sachsen: Lothar Franze, Günter Kretschmar, Dieter Stengler

Der BDK-Präsident stellte die Vertreter von Ost und West vor und erläuterte die Zielstellung für den Tag:

Beitrittserklärung zum BDK und Nominierung von zwei Kandidaten für das geschäftsführende Präsidium. Der BDK - mit seinen 38 Verbänden - plante bereits eine außerordentliche Haupttagung zur Aufnahme der Ostverbände in Langenfeld.
Bei der Nominierung unserer Vertreter erklärte mir Jürgen von der Heydt in einem internen Gespräch ganz plötzlich, dass er als ehemaliger ZAK-Vorsitzender nicht für das geschäftsführende Präsidium des BDK kandidieren werde. Er verwies auf Lothar Franzes Vermutung einer möglichen Systemnähe. Ich hielt diesen Vorwurf für absurd und bedrängte Jürgen, ungeachtet dessen die Kandidatur anzunehmen, leider ohne Erfolg.

So rückte ich auf seinen Vorschlag hin auf den Kandidatenposten des zu wählenden Vizepräsidenten im BDK. Mit mir wurde Karl-Heinz Krüger aus Schwerin zum Anwärter für den Beisitzerposten im BDK-Präsidium nominiert. Darüber hinaus wurde festgelegt, dass alle beitretenden Vereine ohne Aufnahmegebühr und ein Jahr beitragsfrei bleiben.

Auf der Treppe des historischen Rathauses von Duderstadt zeigten sich anschließend die Teilnehmer der fünf Landesverbände aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen mit den Vertretern des BDK. Sein Präsident (2.v.r.) war hoch zufrieden, er hatte sein Lebensziel erreicht.

Archivbild


7. Juli 1990: Der LTK wird Mitglied im BDK

 

28.- 30.09.1990 - Außerordentliche Hauptversammlung des BDK

Die kommende Zeit nutzte ich, um weitere Vereine in Thüringen aufzustöbern und zum Verbandsbeitritt zu bewegen. Danach folgte am 28.09. - 30.09.1990 Die Außerordentliche Hauptversammlung des BDK in Langenfeld/Rheinland, mit dem Eintritt des LTK in den BDK.

An einem schönen Septembertag trafen sich die Verbände des BDK in der Stadthalle von Langenfeld/NRW zur außerordentlichen Haupttagung. Jochen Rebhan (Suhl) und ich vertraten unseren Verband mit 52 Mitgliedern, die nun in den BDK eintreten sollten. In der Tagesordnung ging es um den Eintritt der neuen Länder, die Erweiterung der Satzung des BDK und die Neuwahl seines Vorstandes.
Für mich war dies ein bewegendes Ereignis, erstmals an einer Haupttagung eines Bundesverbandes teilzunehmen. Das war vor mir nur dem Rentner Fred Reichwein 1989 in Lauingen möglich.

ArchivbildAls Vizepräsident des BDK - von 2786 Vereinen - einstimmig gewählt, war es die Erwartung aller, dass der "Neue aus dem Osten" nun etwas Offizielles sagt. Dazu hatten wir "Ossis" am Vorabend eine DDR-Fahne signiert, sie überreichte ich dem BDK-Präsidenten mit den Worten:


"Bewegt und erregt stehe ich vor so viel närrischem Wohlwollen und sage danke!
Vizepräsident des BDK, Rolf FliednerDie Würde macht ein wenig Angst vor der Bürde des Amtes, sie ist für mich Auszeichnung und zugleich eine große Ehre für Tausende Narrenfreunde im Osten Deutschlands.
Vor Jahresfrist undenkbar, fast unglaublich - nun Wirklichkeit.
Stunden sind es für mich nur noch, die uns von dem Tag trennen, an dem wir zusammen sind, als ein Volk. Unsere Herzen schlagen schneller, unser Puls höher.
Seit dem Tag von Duderstadt, als uns der BDK die Hand reichte, ist dies ein stolzer Augenblick für meine Freunde.
Ein Lebenswerk erfüllt sich, das Werk eines Mannes, dem unsere Hochachtung und Respekt gilt, Dank Dir, Heinz Wacker!" Deutsche Fastnacht Nr. 64


Natürlich wurden die Kandidaten zur Wahl in das Präsidium vorgestellt. Dazu erwartete man von dem Kandidaten aus dem Osten natürlich eine Vita. Noch während die anderen ihre Selbstdarstellung absolvierten, machte ich mir Stichpunkte für eine Versform in aller Kürze. Die fand der Chefredakteur Richard Walter so beeindruckend, dass er sie in der "Deutsche Fastnacht Nr. 64" einstellte.

Presse: Deutschland, einig Narrenland

Eigentlich war es vorgesehen, die Standarte der DDR-Präsidententreffen zu überreichen, die zum 25. in Erfurt 1985 gestiftet wurde. Der Verbandspräsident von Meck-Pom erklärte allerdings, dass diese beim letzten Träger - Neubrandenburg - seit 1989 verschollen sei. Viel später, zur Eröffnung einer Ausstellung über den Karneval in der DDR 2007 in Kitzingen, war sie wieder da.


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